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250 Jahre USA: Der 4. Juli in Washington, Arlington und Tipps für die Ostküste | Folge 15

Kai Blitz 11. August 2026


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Folge 15 – Kai war zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten in Washington. Herausgekommen ist eine Folge über Feuerwerk, Gedenkstätten und die ganze Ostküste.

Ein verlängertes Wochenende, ein Flug für 550 Euro und ein Land, das 250 Jahre alt wird: Manchmal muss man einfach buchen. Kai war am 4. Juli 2026 in Washington, mitten im Getümmel zwischen Nationalgarde, Gewitterwarnung und dem größten Feuerwerk aller Zeiten. Und weil Martin noch nie in den Vereinigten Staaten war, ist aus dem Reisebericht ganz nebenbei eine kleine Ostküsten-Sprechstunde geworden – mit allem, was ihr wissen solltet, bevor ihr selbst losfliegt.

Besucher mit US-Flaggen-Shirts auf der National Mall in Washington
Am 4. Juli auf der National Mall: Das halbe Land trägt Flagge.

550 Euro nach Washington – warum wir einfach gebucht haben

Der Anlass war schnell erzählt: Am 4. Juli 2026 wurden die Vereinigten Staaten 250 Jahre alt. Kai hat auf die Flugpreise geschaut, und weil Amerika gerade nicht das beliebteste Reiseziel der Deutschen ist, standen da plötzlich 550 Euro mit Lufthansa nach Washington – hin und zurück. Dazu ein Hotel in Laufweite der Mall, jenem berühmten Grünstreifen im Regierungsviertel, für rund 600 Euro. Bei einem Großereignis ist genau das Gold wert: Ihr wollt nach Mitternacht weder ein Auto suchen noch quer durch die Stadt fahren.

Damit sind wir bei unserem Lieblingssatz: einfach machen. Nicht wochenlang abwägen, sondern buchen, wenn ein Reisewunsch auf ein echtes Highlight trifft. Für Kai war es übrigens schon das zehnte oder elfte Mal in den USA – bis 2019 war er fast jährlich dort. Martin dagegen hält es bis heute mit dem Liedzitat: Er war noch niemals in New York. Oder überhaupt in den Vereinigten Staaten.

Einreise in die USA: ESTA, App und drei Minuten Wartezeit

Vor der Reise steht das ESTA, die elektronische Einreiseerlaubnis. Damit dürft ihr als Deutsche eine begrenzte Zahl von Tagen ins Land – rund 90 – und zahlt dafür eine Gebühr. Die Einschränkung: Wer bestimmte von den USA als problematisch eingestufte Staaten bereist hat, fällt aus dem Verfahren heraus und braucht ein reguläres Visum samt Botschaftstermin. Kai hat deshalb damals gezögert, in den Iran zu reisen, als das noch vernünftig ging. Auch Kuba dürfte inzwischen wieder dazuzählen.

Und die gefürchteten Kontrollen? Aus Kais Sicht deutlich überspitzt dargestellt. Im ESTA-Formular wird zwar nach Social-Media-Konten gefragt – dahinter steht aber „optional“, und er gibt dort schlicht nichts an. Bei der Ankunft gibt es eine App der Grenzbehörde: Selfie machen, QR-Code bekommen, an der Schlange vorbei. Kai war nach drei Minuten im Land. Anfang des Jahres in Kalifornien hat es eine Viertelstunde gedauert, und selbst das ist noch angenehmer als das, was Nicht-Europäer derzeit an deutschen Flughäfen erleben. Gefragt wird nach Aufenthaltsdauer, Rückflugticket und Hotelbuchung – sehen will man die Nachweise meist gar nicht. Dann heißt es: welcome to the United States.

Washington vom Reißbrett: Mall, Museen und über 40 Grad

Washington ist, wie so viele amerikanische Städte, auf dem Reißbrett entstanden – Schachbrettmuster, in der Mitte das Regierungsviertel mit Weißem Haus und Kapitol. Dazwischen der Reflecting Pool, der es dieser Tage sogar in unsere Nachrichten schafft, weil der Präsident ihn einfärben lassen möchte. Rundherum: Gedenkstätten und Museen, praktisch alle kostenlos und tatsächlich sehenswert.

Gewölbedecke einer U-Bahn-Station der Washingtoner Metro
Die klimatisierte Metro ist bei über 40 Grad das beste Verkehrsmittel der Stadt.

Zwei praktische Dinge vorweg. Erstens: Ihr braucht in Washington kein Auto. Kreditkarte oder Smartwatch an die Schranke halten, und schon seid ihr in der klimatisierten U-Bahn – bei über 40 Grad im Juli ein echtes Argument. Zweitens: Holt euch für die Attraktionen vorab ein Zeitfenster-Ticket. Es kostet nichts oder fast nichts, spart aber Wartezeit. Die Zeitverschiebung von sechs Stunden ist zudem gnädig, der Jetlag hält sich in Grenzen. Und trinkt genug – Kai hat auf seinen Fußmärschen ständig nach Getränkeautomaten Ausschau gehalten.

Das Holocaust Museum: ein Pass in der Hand

Der erste große Eindruck war einer, der nachhallt. Das United States Holocaust Memorial Museum hatte Kai schon vor Jahrzehnten beeindruckt, und er wollte es wiedersehen. Der Eintritt ist frei, ein reserviertes Ticket empfiehlt sich.

Schriftzug HOLOCAUST an einer dunklen Wand im Museum
United States Holocaust Memorial Museum: Der Eintritt ist frei, ein Ticket solltet ihr trotzdem reservieren.

Am Eingang bekommt ihr eine Art Pass in die Hand – darin die Geschichte eines konkreten Menschen, dessen Weg durch die Verfolgung ihr während des Rundgangs verfolgt. Danach geht es in einen Aufzug, der eher wie ein Eisenbahnwaggon aussieht, hinauf in die dritte Etage. Von dort führt der Weg durch die Geschichte: Machtergreifung, erste Diskriminierungen, Reichspogromnacht. Erzählt wird das über sehr viele Videos, vor allem aber über Objekte. Das Motiv mit den Schuhen kennt man aus Auschwitz. Dazu Zeichnungen, die Kinder in den Lagern gemacht haben, und ein, zwei Quadratmeter originales Straßenpflaster, das man ins Museum verlegt hat.

Wir beide waren an vielen authentischen Orten, an denen die baulichen Spuren noch stehen. Ein Museum ist etwas anderes – aber hier wird die Geschichte trotzdem greifbar. Drei Etagen, nicht riesig, aber plant zwei bis drei Stunden ein, wenn euch das Thema etwas bedeutet.

V2, Minuteman und eine SS-20: das Luft- und Raumfahrtmuseum

Gleich nebenan liegt die amerikanische Variante unserer Bundesdruckerei – dort wird der Dollar gedruckt, und man kann das Museum besichtigen. Bei Kais Besuch war leider zu.

Stattdessen ging es ins Luft- und Raumfahrtmuseum, und dort wird es für uns Technikfans richtig interessant: jede Menge Originalflugzeuge, ein IMAX-Kino und eine Raumfahrtecke, in der eine V2 steht. Dazu diverse amerikanische Modelle, Minuteman-Raketen – und tatsächlich eine SS-20, bei der man sich fragt, wo die eigentlich herkommt. Damit schließt sich der Kreis zu unseren früheren Folgen über Raketenforschung. Auch dieses Museum: kostenlos.

Raketen in der Ausstellungshalle des Luft- und Raumfahrtmuseums
Die Raumfahrtecke des National Air and Space Museum.
Nahaufnahme mehrerer Raketen nebeneinander im Museum
V2, Minuteman – und eine SS-20, bei der man sich fragt, wo die herkommt.

Nebenan liegt noch das Naturkundemuseum, das Kai inhaltlich weniger gepackt hat – in Berlin sind wir da gut versorgt. Die Botschaft bleibt: Wer nach Washington fährt, sollte den Schwerpunkt auf die Smithsonian-Museen legen. Das ist gut gemacht und ein großzügiges Angebot.

Von Jefferson bis Lincoln: Gedenkstätten im Abendlicht

Statt Shopping lieber Geschichte einatmen – so machen wir das ja meistens. Am ersten Abend stand die Gedenkstätte für den Zweiten Weltkrieg auf dem Programm, unweit des Weißen Hauses, angestrahlt und architektonisch durchaus interessant, mit den einzelnen Bundesstaaten in Stein. Man muss dort keine Stunden verbringen, aber als Wanderung durch das Regierungsviertel ist die Reihe der Memorials ein Erlebnis.

Weiter ging es zum Jefferson Memorial – Thomas Jefferson, Autor der Unabhängigkeitserklärung mit dem Satz, dass alle Menschen gleich sind. Danach zum Lincoln Memorial, das die meisten von uns von Bildern kennen: der sitzende Lincoln, davor der Reflecting Pool mit dem Blick hinüber zum Kapitol. Hier war spürbar mehr los. Dazwischen liegen die Gedenkstätten für Vietnam und Korea. Die Mall ist, kurz gesagt, voll.

Das Lincoln Memorial in Washington bei Tageslicht
Das Lincoln Memorial – der Klassiker, den man von unzähligen Bildern kennt.
Blick zwischen zwei Säulen des Lincoln Memorial auf das Washington Monument
Vom Lincoln Memorial aus geht der Blick über den Reflecting Pool zum Obelisken.
Soldatenfiguren des Korean War Veterans Memorial
Die Figuren des Korean War Veterans Memorial, gleich neben dem Lincoln Memorial.

Arlington: weiße Steine, eine Wachablösung und ein einziges deutsches Grab

Hinter dem Lincoln Memorial führt die Arlington Memorial Bridge hinüber zum Nationalfriedhof Arlington – dorthin, wo die Gefallenen und Angehörigen des US-Militärs liegen. Kai war dort zuvor noch nie.

Was ihn am meisten beeindruckt hat, ist die schiere Dimension: sanfte Hügel, komplett gepflastert mit weißen Grabsteinen. Nebeneinander die Kriege von damals und heute, vom Ersten Weltkrieg bis zu ganz aktuellen Gräbern aus Afghanistan. So etwas hat er anderswo noch nicht gesehen.

Und dann diese Geschichte, für die man sich ein bisschen durchfragen muss: In Sektion 15c liegt Oberfeldwebel Anton Hilberath – nach allem, was Kai herausgefunden hat, das einzige deutsche Grab auf dem Friedhof. Er war in Nordafrika in Gefangenschaft geraten, kam als Kriegsgefangener nach Maryland und starb dort 1946. Die Genfer Konvention schreibt in so einem Fall ein militärisches Begräbnis auf dem nächstgelegenen Regierungsfriedhof vor – und das war Arlington. Die deutsche Botschaft legt dort inzwischen jedes Jahr einen Kranz nieder.

Was ihr euch nicht entgehen lassen solltet: die Wachablösung am Grab des unbekannten Soldaten, „den nur der liebe Gott kennt“, wie es auf der Inschrift heißt. Alle 30 Minuten treten zwei Wachen und ihr Vorgesetzter zur Übergabe an. Ein paar Schritte weiter liegt übrigens John F. Kennedy – da hat Kai kurz Hallo gesagt.

Der 4. Juli am Washington Monument: Gewitter, Schutzraum, Feuerwerk

Darsteller in historischen Kostümen zum 250. Geburtstag der USA
Zum 250. Geburtstag treten historische Darsteller auf.

Das Zentrum des großen Festes war das Washington Monument, jener weltgrößte Obelisk, auf den man mit dem Aufzug hinauffahren kann – auch hier mit Zeitfenster-Ticket, und das ist sehr gefragt. Für den Abend war eine große Bühne aufgebaut, dazu Security ohne Ende.

Das Washington Monument nachts mit Flaggenprojektion
Das Washington Monument als Flagge: das Zentrum des großen Festes.

Empfohlen wurde, zwischen 16 und 17 Uhr auf dem Gelände zu sein. Kai hat das bewusst nicht gemacht – zu heiß – und sich stattdessen im Hotelzimmer abgekühlt. Ein Glücksfall, wie sich zeigte: Das Festgelände wurde wegen eines aufziehenden Gewitters komplett geräumt. Kai landete in einem Schutzraum irgendeines Ministeriums und wartete ab. Als es ihm zu blöd wurde, hat er sich mit Regenradar und Twitter in der Hand an der Nationalgarde vorbeigeschlichen – und war, als wieder Leute eingelassen wurden, ziemlich weit vorn dabei. Vorher hätte er keine Chance mehr gehabt.

Auch die große Parade, auf die viele gehofft hatten, wurde übrigens abgesagt. Bei diesen Temperaturen wollte niemand stundenlang marschieren lassen. Wie berechtigt das war, hat Kai an anderer Stelle erlebt: Vor ihm kippte eine Frau nach hinten um, komplett ohnmächtig. Er konnte gerade noch die Hand unter ihren Kopf halten und dann rufen – Nationalgarde steht in Washington ohnehin an jeder Ecke. Gut gelöst war dafür die Wasserversorgung: An jeder Stelle wurden kostenlos Flaschen verteilt.

Angekündigt waren das größte Feuerwerk aller Zeiten und die beste Rede aller Zeiten. Das Feuerwerk hat geliefert: Es dauerte rund 40 Minuten, zusätzlich wurde von Schiffen auf dem Potomac geschossen, und am Horizont zuckten noch Blitze dazu. Das sah gut aus. Nach einer halben Stunde hat Kai sich verabschiedet, um vor den Menschenmassen aus dem Gelände zu sein – der frühe Vogel bekommt die Bahn. Offiziell hieß es später, statt 300.000 seien noch 150.000 Menschen da gewesen. Kai würde sagen: eher weniger.

Feuerwerk über Washington in der Nacht zum 5. Juli
Rund 40 Minuten Feuerwerk, dazu Blitze am Horizont.

Die Rede hat ihn irritiert. Zehnmal fiel der Begriff Kommunismus, und der Mann neben ihm sprang jedes Mal auf die Bank. Ein anderer entschuldigte sich fast dafür. Es ist eben ein gespaltenes Land. Aufgestanden ist Kai trotzdem – als die Veteranen hereingeführt wurden, die in der Normandie gekämpft haben, manche über 110 Jahre alt. Das gebührt der Ehre.

Großbildschirm mit der Übertragung der Rede am Abend des 4. Juli
Die angekündigt beste Rede aller Zeiten – zehnmal fiel der Begriff Kommunismus.
Das Washington Monument nachts blau beleuchtet mit der Zahl 250
Zum Schluss leuchtete die 250 über der Mall.

Washington und New York kombinieren: Amtrak statt Mietwagen

Kais ehrliche Einschätzung: Nur für ein Wochenende nach Washington zu fliegen, würde er sich überlegen. Der 4. Juli lässt sich überall in den USA großartig erleben. Washington selbst kombiniert man am besten mit New York.

Und zwar mit dem Zug. Mit dem Auto seid ihr etwa vier Stunden unterwegs, mit Amtrak rund drei – und ihr spart euch das eigentliche Problem: die immensen Parkgebühren in beiden Städten. In New York kommt ihr gut ohne Auto klar, in Washington erst recht. Ein Auto braucht ihr erst, wenn ihr weiter hinaus wollt, nach Virginia, Richtung Boston oder zu den Niagarafällen.

Auf der Strecke dazwischen liegt Baltimore, und dort wird Martins Karte bunt: mehrere historische Festungen aus der Bürgerkriegszeit, teils sogar im Wasser, dazu eine verbunkerte unterirdische Nike-Hercules-Stellung aus dem Kalten Krieg. Man kann in dieser Region also nicht nur auf historischen Spuren wandeln, sondern auch in der jüngeren Zeitgeschichte stöbern. Die Landschaft und die Häuser machen ohnehin etwas her – und unterwegs begegnen euch die Amish. Kai hat damals außerdem die Shaker besucht, eine Glaubensgemeinschaft, die inzwischen praktisch ausgestorben ist. Nagelt uns bei den Details nicht fest, aber die Geschichte ist eigenartig genug, um ihr nachzugehen.

New York für Einsteiger: Fähren, Flugzeugträger, Aussicht

Reicht eine Woche für Washington und New York? Kais Antwort: dicke – jedenfalls in unserem Tempo. Zehn Tage sind noch entspannter, und eine bewährte Variante ist, drei Tage New York zu machen und dann weiterzufliegen.

Beim ersten Mal war Kai von New York schlicht überfordert. Die Stadt ist deutlich größer als Berlin, hektischer und lauter. Aber sie hat viel zu bieten, gerade an Museen. Das Museum am World Trade Center nimmt einen emotional ebenso mit wie das Holocaust Museum in Washington.

Für die Klassiker gilt: Zur Freiheitsstatue und nach Ellis Island kommt ihr mit öffentlichen Fähren recht nah heran, und das Museum auf Ellis Island lohnt sich. Daneben liegt eine ehemalige Isolierungsinsel mit einem alten Krankenhaus – ein Lost Place mitten in der Bucht. Besichtigen kann man außerdem einen Flugzeugträger, auf dem ein Space Shuttle steht; billig ist das nicht, aber es lohnt sich. Und für die Aussicht gilt Kais Faustregel: nicht auf das Empire State Building, sondern auf ein anderes Hochhaus, von dem aus ihr das ikonische Empire State Building seht. Ansonsten – einfach treiben lassen. Das ist in New York oft das Beste.

Ein Detail, das Kai vor 30 Jahren beeindruckt hat und heute verschwunden ist: die gelben Fallout-Shelter-Schilder an jeder Ecke. Besichtigen lässt sich von den Bunkern des Kalten Krieges praktisch nichts – anders als bei uns an der Nahtstelle zwischen Ost und West hat sich dort offenbar keine Interessengemeinschaft gefunden, die solche Anlagen zugänglich macht. Die alten Tunnel unter der Stadt wiederum sind von Obdachlosen besetzt, die man dort wörtlich Maulwurfsmenschen nennt. Da will man nicht rein.

Was in den USA anders läuft: Trinkgeld, Steuern, Preise

Drei Dinge, die euch sonst kalt erwischen.

Trinkgeld ist keine Geste, sondern Kalkulation. Erwartet werden rund 20 Prozent. Das Personal bekommt kaum Gehalt und lebt davon – die Kosten werden also auf die Gäste abgewälzt statt auf den Betreiber. Kai ist damals eine Bedienung hinterhergelaufen und wollte wissen, warum es nur zehn Prozent geworden sind. Immerhin macht man es euch leicht: Auf dem Bon stehen die Beträge für zehn und zwanzig Prozent, und die Kartenterminals fragen ohnehin nach.

Der Preis am Regal ist nicht der Preis an der Kasse. Die Steuer kommt erst dazu, weil jeder Bundesstaat eigene Sätze hat – ein bundesweit einheitlicher Ausweis hat sich nie durchgesetzt. Ein, zwei Staaten erheben gar keine.

Und die Preise allgemein? Die ziehen einem inzwischen die Füße weg. Unsere alte 50-Euro-Regel – dass irgendwie alles 50 Euro kostet – greift kaum noch. Kai sagt: 50 Euro ist mittlerweile eher günstig. Bei den Flügen sieht es besser aus, vermutlich gerade weil viele Deutsche derzeit aus politischen Gründen nicht in die USA fliegen wollen. Hotels schwanken stark, je nach Region geht es bei 60 Dollar los und endet irgendwo in den Hunderten.

Weiter im Süden: Florida, Cape Canaveral und eine Festung mit Schildkröten

Ostküste ist mehr als Washington und New York. Florida ist vor allem im Winter eine schöne Geschichte: der Sunshine State, die Orangen wachsen dort, die Strände sind wunderbar und das Wasser warm. Historisch gibt es allerdings wenig zu holen – mit einer großen Ausnahme.

Cape Canaveral. Kai war zweimal dort. Beim ersten Mal hat er keinen Start gesehen, denn man muss ständig nachverfolgen, ob gestartet oder verschoben wird. Inzwischen finden allein durch SpaceX fast täglich Starts statt, die Chancen stehen also gut. Und es ist beeindruckend: Ihr sitzt je nach Rampe mal näher, mal weiter entfernt auf einer Tribüne, seht die Rakete steigen, wartet auf den Schall – und bekommt eine kleine Druckwelle ab. In Houston steht das Kontrollzentrum der NASA, das Kai ebenfalls besucht hat. In Kalifornien hat er die Starts von der Vandenberg Air Force Base verpasst, die man von bestimmten Stellen aus sehen kann.

Martins Fundstück auf der Karte liegt noch weiter südlich: Fort Jefferson, weit hinter Key West. Eine sechseckige Festung mitten im Wasser, ein Atoll mit Korallen, und Schildkröten, die man direkt daneben beobachten kann. Man kommt nur nicht besonders leicht dorthin, und günstig wird es vermutlich auch nicht. Key West selbst ist hochtouristisch, landschaftlich aber großartig: blauer Himmel, blaues Meer, von Insel zu Insel über die Brücken. Wer beides will, plant eher zwei Wochen ein – oder kombiniert es mit einer Kreuzfahrt von New York nach Florida und den Bahamas.

Und wie geht es weiter?

Eine gemeinsame Reise haben wir schon halb verabredet: die nordöstlichen Staaten, auf den Spuren des Bürgerkriegs. Da ist Kai sofort dabei. Und im Herbst planen wir eine große Reise nach Kasachstan, nach Baikonur – womit Cape Canaveral für Martin eigentlich zur Pflicht wird. Zunächst aber beginnt seine Kältetournee: Färöer, Spitzbergen, Grönland, Island. Während bei uns die nächste Hitzewelle anrollt, darf er flüchten.

Habt ihr die USA anders erlebt, oder plant ihr gerade eure erste Reise an die Ostküste? Schreibt uns – per Mail, per WhatsApp oder als Kommentar. Über ein Like oder eine Bewertung in eurem Podcast-Portal freuen wir uns genauso. Alle Folgen und Bilder findet ihr auf eintagwiekeinanderer.de. Und wie immer gilt: bleibt neugierig.

Tags: USA, Washington DC, 4. Juli, 250 Jahre USA, Ostküste, New York, Arlington, Holocaust Museum, Smithsonian, Lincoln Memorial, Jefferson Memorial, Cape Canaveral, Florida, Key West, Baltimore, Amtrak, ESTA, Reisetipps, Geschichte, Podcast

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